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Mediterrane Ernährung und Depression

Mit Messer und Gabel gegen Depression

Stell dir vor du wachst am Morgen mit einem Gefühl der Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Minderwertigkeit auf. Du hast es gerade so aus dem Bett geschafft bist aber kraftlos und unkonzentriert. Du bewältigst so gut es geht deine täglichen Aufgaben. Zusätzlich plagen dich Panikattacken und du kommst nicht einmal in der Nacht zur Ruhe, weil du nicht schlafen kannst und immer wieder aufwachst. Mit diesen und vielen weiteren Symptomen müssen sich Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, jeden Tag auseinandersetzen. In diesem Blogbeitrag wirst du die wichtigsten Eckpunkte zum Thema Depression erfahren und welche große Rolle die mediterrane Ernährung dabei spielen kann.

Was ist eine Depression und welche Symptome können auftreten?

Depression ist eine psychische Störung und umfasst eine Vielzahl von Krankheitsbildern. Der Begriff Depression stammt aus dem Lateinischen, leitet sich von dem Wort „deprimere“ ab und bedeutet „niederdrücken“. Eine Depression kann in jedem Alter auftreten. Aufgrund der breiten Fächerung wird die Depression nicht als Krankheit bezeichnet, sondern als Syndrom oder Störung.

Eine Depression kann sich in vielen verschiedenen Symptomen äußern und sowohl auf Geist, Psyche, das sozial Umfeld und den Körper wirken. Durch die große Vielfalt an Symptomen und den individuellen Verlauf ist den Betroffenen oft selbst nicht bewusst, dass sie an einer Depression leiden. Die Symptome, sind wie am Beginn erwähnt, sehr vielseitig, können im Extremfall das gesamte Leben beeinträchtigen und Alltagsaufgaben zu einer Herausforderung machen. Halten die Symptome über zwei Wochen an spricht man von einer Depression. Diese psychische Störung ist mit einem hohen Leidensdruck und einer starken Beeinträchtigung des Wohlbefindens und des Selbstwertgefühles verbunden.

Zahlen Daten Fakten

Depression zählt zu den häufigsten, aber auch meistunterschätzten Erkrankungen in unserer Gesellschaft. Jährlich gibt es auf 100 Personen zwei Neuerkrankungen. Die WHO prognostiziert, dass Depression bis zum Jahr 2030 die höchste Krankheitslast der Weltbevölkerung sein wird, noch vor Herz-Kreislauferkrankungen. Laut dem Gesundheitsbericht 2014 leiden 5,7 % der Bevölkerung in Österreich an einer Depression. Das bedeutet, ca. 485.000 Personen in Österreich wurden ärztlich diagnostiziert – die Anzahl der nicht-diagnostizierten Fälle dürfte deutlich höher sein.

Obwohl so viele davon betroffen sind, ist das Verständnis und die Toleranz zu diesem Thema immer noch sehr gering. Psychische Erkrankungen, wie Depression, sind für das Gegenüber nicht auf Anhieb sichtbar und aufgrund des breiten Spektrums an Symptomen nicht einfach zu erkennen. Der Leidensdruck, der auf den Schultern der PatientInnen lastet, ist enorm.

Depression und Ernährung

Bei der Behandlung von Depression gewinnt die Ernährungsqualität immer mehr an Bedeutung, besonders da in den letzten Jahren durch verschiedenste Studien belegt wurde, dass eine mediterrane Ernährung eine vorbeugende Wirkung gegenüber einer Depression hat. Jetzt stellt sich die Frage, ob eine Umstellung auf eine mediterrane Kostform auch das Zeug dazu hat, Teil der Therapie bei einer bestehenden Depression zu werden.

Was bedeutet mediterrane Ernährung?

Die mediterrane Ernährung ist ein sehr breiter Begriff und umfasst die Essgewohnheiten und den Lebensstil der Bevölkerung des Mittelmeerraums. Dazu zählen mindestens 16 Länder, deshalb variiert die Ernährung zwischen Ländern, Regionen und Kulturen. Daher ist die mediterrane Ernährung keine einheitliche Kostform. Es gibt dennoch Merkmale, die alle Mittelmeerkostformen gemeinsam haben und an denen sie festgemacht werden kann.

Die mediterrane Ernährung legt den Schwerpunkt auf Fette und Öle mit einem hochwertigen Fettsäuremuster, Beilagen aus komplexen Kohlenhydraten, Hülsenfrüchte, Fisch, Nüsse, fettarmen Milchprodukten, ungezuckerten Getränken und viel Gemüse. Durch diese Ernährungsweise werden viele Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Antioxidantien, Mikronährstoffe, ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufgenommen. Weiters wird mit Süßigkeiten und Fleisch sparsam umgegangen und stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertigprodukte werden gemieden. Einen großen Stellenwert räumt die mediterrane Ernährung dem Essen in Gesellschaft und dem Genuss am Essen ein.

Was die mediterrane Ernährung alles kann:

Die aktuelle Studienlage zeigt, dass eine mediterrane Ernährung vor verschiedenen chronischen Erkrankungen schützt. Darunter fallen zum Beispiel die Vorbeugung von Übergewicht, Diabetes Mellitus Typ 2, metabolischem Syndrom, kardiovaskulären Erkrankungen, Depression und verschiedenen Tumorerkrankungen. Weiters beeinflusst die mediterrane Ernährung die Lebensqualität und Lebenserwartung positiv. Die mediterrane Ernährung ist leicht zu erlernen, alltagstauglich und umsetzbar. Zudem ist sie eine ausgewogene, vielseitige Kostform mit vielfältigen Geschmacksvariationen. Dementsprechend bestätigt die aktuelle Studienlage, dass eine mediterrane Ernährung allgemein positiv auf den Gesundheitszustand wirkt. Aber was kann eine Ernährungsumstellung gegen eine bestehende psychische Störung, wie eine Depression, ausrichten?

Mediterrane Ernährung als Teil der Therapie bei Depression?

Studien aus Australien kamen zu dem Ergebnis, dass die Umstellung auf eine mediterrane Ernährungsweise den Schweregrad und die Symptome einer Depression innerhalb von drei Wochen bis drei Monate nachweislich senken konnte. Aber wie ist das möglich? Die Ursache für die Wirkung ist noch nicht restlos geklärt. Es wird vermutet, dass Depressionen durch Entzündungen im Körper verursacht werden. Durch die optimale Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen und der anti-entzündlichen Wirkung der mediterranen Ernährung könnte das Entzündungsgeschehen im Körper gesenkt werden. Die positiven Effekte der mediterranen Ernährung können aber nicht auf ein einziges Lebensmittel zurückgeführt werden – das Gesamtmuster ist entscheidend. In Untersuchungen erbrachten die einzelnen Lebensmittelgruppen eine viel geringere Wirkung auf Depressionen, aber auch auf andere Erkrankungen. Deshalb ist die Wirkung der mediterranen Ernährung auf das Zusammenspiel von Art, Menge und Qualität der Nahrungsfette, Kohlenhydrate, Ballaststoffe, sekundären Pflanzenstoffe, Antioxidantien, Mikronährstoffe, der daraus resultierenden antientzündlichen Wirkung und dem allgemeinen Lebensstils zurückzuführen.

Natürlich bedarf es noch weiterer Forschung, da die Studien relativ wenig TeilnehmerInnen behandelten, die zudem vor der Untersuchung nicht auf ihre Ernährung achteten. Weiters wurden nicht bei allen Studien die gleichen Messmethoden und Parameter verwendet. Dennoch kommen alle drei Studien, trotz ihrer unterschiedlichen Herangehensweisen zu dem Resultat, dass eine Verbesserung der Ernährungsqualität durch eine Umstellung auf eine mediterrane Ernährung, begleitet von DiätologInnen, ein wirksamer Ansatz zur Behandlung einer Depression darstellt.

Fazit:

Die Umstellung auf eine mediterrane Ernährung hat laut aktuellen Studien nicht nur positiven Einfluss auf die Vorbeugung, sondern auch auf die Behandlung von chronischen Erkrankungen. Laut neuesten Erkenntnissen sogar auf die Verringerung des Schweregrades und der Symptome bei Depression. Die Wirkung der mediterranen Ernährung ist auf den gesamten Lebensstil und die Lebensstilmodifikation zurückzuführen. Die mediterrane Ernährung könnte in Zukunft ein hilfreiches Werkzeug in der Behandlung von psychischen Erkrankungen darstellen. Es bedarf aber noch weiteren umfangreichen Studien um Empfehlungen aussprechen zu können. Aber vielleicht wird die Ernährungstherapie schon bald ein fixer Bestandteil in der Therapie von psychischen Störungen und Depression.

Speisenbeispiele:

Hauptspeisen:

  • Vegetarische Moussaka
  • Fischfilet Puttanesca mit Rosmarinkartoffeln
  • Lachsfilet mit Zitronen-Risotto und Zucchini- Tomatengemüse
  • Röstgemüse mit Kartoffelspalten und Sauerrahm-Joghurt Dip
  • Gefüllte Zucchini mit Walnüssen, Tomaten und Feta
  • Ratatouille mit Tomatensauce
  • Cannelloni mit Spinat-Ricotta Füllung und Tomatenragout
  • Überbackene gefüllte Paprika mit Kräuterreis
  • Gnocchi mit Tomaten-Gemüsesauce
  • Vollkornnudeln mit Gemüseragout
  • Linsen-Gemüse mit Fladenbrot
  • Saltimbocca von der Pute mit Nudeln alla Siracusana 

Kalte pikante Gerichte:

  • Griechischer Salat mit Vollkornbrot
  • Tomaten-Mozzarella-Basilikum mit Vollkornbrot
  • Bohnensalat mit Thunfisch mit Vollkornbrot
  • Gazpacho

Süße Gerichte

  • Joghurt mit Nüssen und frischem Obst
  • Beerenschichtdessert mit Magertopfen
  • Obstsalat mit Nüssen und Joghurt
  • Apfel-Ricotta Dessert
  • Zitronencreme
  • Mandelcreme

Hier findest du die gesamte Bachelorarbeit von Christina Moser inkl. Quellennachweis.

Dieser Blogbeitrag wurde von unserer Praktikantin Christina Moser verfasst – Sie ist mittlerweile unsere Kollegin. Wir gratulieren ihr ganz herzlich zu ihrer bestandenen Prüfung.

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