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Den Mythen auf der Spur – die Wahrheit über Soja

Lebensmittel auf Sojabasis werden von vielen Menschen abgelehnt. Der Grund dafür ist selten eine Unverträglichkeit oder Allergie gegen Soja. Hauptsächlich liegt die Ursache, weshalb keine Sojaprodukte verzehrt werden, an diversen Mythen, die in den Medien kursieren. Diese Mythen sollen mit diesem Artikel aufgeräumt werden. Denn Sojabohnen (enthalten in Produkten wie z.B. Sojadrink, Tofu etc.) können dir wichtige Nährstoffe wie Eiweiß, Eisen, Kalzium und gesunde Fette aus einer pflanzlichen Quelle liefern. Die Zufuhr von pflanzlichem Protein kann sich wiederum positiv auf deine kardiovaskuläre Gesundheit auswirken. Weiters freut sich unser Planet über eine pflanzenreiche Kost. 

Mythos 1: Negative Wirkung von Soja auf männliche Fortpflanzungshormone:


Viele Männer sind davon überzeugt, dass sich Soja negativ auf den Testosteronspiegel auswirkt, weshalb sie Soja vermeiden. Diese Aussage wurde aber beispielsweise durch eine im Jahr 2010 veröffentlichte Studie aus dem Journal “Fertility and Sterility”  widerlegt. Die Ergebnisse der Metaanalyse zeigen, dass Sojaprotein keinen Einfluss auf den Testosteronhaushalt hat.
(Clinical studies show no effects of soy protein or isoflavones on reproductive hormones in men: results of a meta-analysis – ScienceDirect

Weiters beschäftigte sich eine im Jahr 2018 veröffentlichte Studie aus dem Journal „Scientific Reports“ mit 33 männlichen Studenten.  Diese fand heraus, dass Sojaprotein keinen messbaren androgenen Einfluss hat. (Soy protein supplementation is not androgenic or estrogenic in college-aged men when combined with resistance exercise training (nih.gov))

Mythos 2: Der Verzehr von Sojaprodukten ist schlecht für die Umwelt


Soja trägt tatsächlich einen großen Teil zur Entwaldung weltweit bei. Doch das liegt nicht vorrangig an der Nachfrage nach Tofu und anderen Sojaprodukten. Lediglich 15 % des Sojas in den USA werden für den menschlichen Verzehr angebaut. Gemäß dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten werden 70 % der Sojabohnen, die in den Vereinigten Staaten angebaut werden, für Tierfutter verwendet. Demnach ist es unter anderem die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten, die die Abholzung des Regenwaldes fördert.

Mythos 3: Sojaprodukte sind gentechnisch verändert und sollen daher nicht gegessen werden


Diese Behauptung kann nicht verallgemeinert werden, da viele der Sojaprodukte frei von Gentechnik sind. Außerdem wird ein Großteil des Sojas, wie oben beschrieben, für Tierfutter verwendet, was bedeutet, dass gentechnisch verändertes Soja auch in tierischen Lebensmitteln zu finden sein kann. Ob ein Lebensmittel frei von gentechnisch veränderten Organismen und auch ohne deren Hilfe produziert wurde,  kann man an den verschiedenen Siegeln “gentechnikfrei”, “ohne Gentechnik” oder “genfrei” erkennen. In der EU darf ohne Genehmigung kein gentechnisch veränderter Organismus in der Landwirtschaft oder Lebensmittelproduktion eingesetzt werden. Bezüglich des Anbaus von Pflanzen, die gentechnisch verändert sind, wurden in der EU und in Österreich strenge Regeln auferlegt (Stand September 2019).

Mythos 4: Soja wirkt sich negativ auf die weiblichen Hormone aus

Es gibt keine einzige Studie, welchen diesen Mythos belegt. Es gibt jedoch einige Studien, welche den positiven Einfluss von Soja z.B für die Senkung des Brustkrebs Risikos ( Meta Studie von 2009 “Soy intake and risk of endocrine-related gynaecological cancer: a meta-analysis”) 

oder auch auf PCOS (Randomisierte Kontrollierte Studie von 2016, “The Effects of Soy Isoflavones on Metabolic Status of Patients With Polycystic Ovary Syndrome”) belegt. Bei dieser Studie wurde den Patientinnen 50mg Isoflavone gegeben, welches ca. der Menge an Isoflavonen von 100 g Tofu entspricht. Das Ergebnis: niedriger Insulinspiegel, bessere Insulin Resistenz, reduzierte FAI (free androgen index), welches das aktive Testosteron angibt. 

2018 wurde im  The Journal Of Human Nutrition & Dietetics 2018 ein Artikel über PCOS herausgegeben. Hier wurde bei einer PCOS Studie der Unterschied der Auswirkung von tierischen- und Sojaprotein Zufuhr gemessen. Nach 8 Wochen konnte man bei den Frauen, welche mehr Sojaprodukte zu sich genommen haben ebenfalls die gleichen Ergebnisse sehen wie bei der bereits oben erwähnten Studie sehen.

Take away message:

Soja ist nicht ungesund. Soja kann durchaus in die tägliche Ernährung eingebaut werden, ohne dass plötzlich der Hormonhaushalt beeinflusst wird. Es gibt noch keine aussagekräftigen Studien, welche eine negative Veränderung belegen. Wie immer gilt, eine abwechslungsreiche Ernährung, mit einer großen Auswahl an verschiedenen und bunten Lebensmittel ist entscheidend und die Dosis macht das Gift. Bei dem Kauf von Soja sollte jedoch auf die Regionalität und eventuell auch auf Bio Soja geachtet werden. Übrigens die „Food and Drug Administration“ der USA empfiehlt aufgrund einer Auswertung von ca. 50 Studien eine tägliche Zufuhr von 25 g Sojaprotein für ein gesundes Herz, da sich Sojaprotein positiv auf den LDL Spiegel auswirkt. Das entspricht ungefähr 250 g Tofu (je nach Hersteller)  oder 500-700 ml Sojadrink & Sojajoghurt (je nach Hersteller).

Dieser Blogbeitrag wurde von Jasmin & unserer Praktikantin Anja Raffetseder geschrieben.

Hier findest du übrigens super leckere Soja Rezepte, wie Summer Rolls mit Tofu oder fleischlose Kürbislasagne.

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