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Vegane Ersatzprodukte

Der Anteil an Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren steigt auch in Österreich. Laut einer AMA-Erhebung ist der Prozentsatz der Veganer von 2013 zu 2018 von 1% auf 2% gestiegen. Das klingt im ersten Moment nach nicht viel, heißt aber, dass sich der Anteil innerhalb von fünf Jahre verdoppelt hat. Schaut man sich heutzutage in den Supermärkten um, findet man viele vegane Alternativen zu Fleisch- und Wurstwaren. Diese Produkte sind praktisch, um gewohnte Gerichte auch mit einer pflanzenbasierten Ernährung weiterhin zubereiten zu können und sorgen für Abwechslung in der Küche. Aber was enthalten diese Produkte und kann man sie mit Fleischerzeugnissen vergleichen?

Vegane/Vegetarische Alternativen

Burger- Pattys 

Die fertigen Faschierten Laibchen von einer Billa-Eigenmarke bestehen ausschließlich aus Schweinefleisch und  haben pro Laibchen (125g) in etwa 380 kcal. Der Fettgehalt ist mit 27 g hoch, da ich damit bereits mehr, als ein Drittel meines Tagesbedarfs gedeckt habe. Bei den gesättigte Fettsäuren hat man nach einem Laibchen bereits die Hälfte und beim Salzgehalt ein bisschen weniger als ein Drittel der empfohlenen Höchstmenge aufgenommen. 

Eine vegane Alternative liefert die Marke Beyond. Die Pattys bestehen hauptsächlich aus Wasser, Erbsenprotein und pflanzlichen Fetten (Rapsöl und Kokosfett). Hinzu kommen Stabilisatoren, Geschmacksverstärker und Aromen. Der kcal, Salz- und Fettgehalt eines Patty (113g) sind etwas niedriger als bei der tierischen Variante, liegen aber in einem ähnlichen Bereich. Dafür enthält das Beyond-Produkt nur die Hälfte an gesättigten Fettsäuren, während der Eiweißgehalt gleich ist. 

Der Garden Gourmet Sensational Burger gleicht den Inhaltsstoffen des Pattys der Marke Beyond, abgesehen davon, dass die Proteinquelle aus Soja- und Weizeneiweiß besteht. Mit knapp 224 kcal, 15 g Fett und 0,9 g Salz schneidet die Garden Gourmet Variante am besten ab. Die gesättigten Fettsäuren haben einen ähnlichen Anteil wie der Beyond Burger. Dafür enthält er auch kleine Menge Zucker, was aber mit 1,2 g zu vernachlässigen ist. 

Faschiertes

Tierisches Faschiertes gibt es vom Schwein, vom Rind, von Huhn und Pute oder als Gemisch. Zusätzliches gibt es noch magere Varianten. Für meinen Vergleich habe ich ein gemischtes Faschiertes, das nicht zusätzlich als mager deklariert ist, herangezogen. Pro 100g enthält es in etwa 200 kcal und 15g Fett, wovon ein bisschen weniger als die Hälfte gesättigte Fettsäuren sind und 18g Eiweiß. 

Eine bekannte pflanzliche Alternative ist Sojagranulat, welches aus entfetteten Sojamehl hergestellt wird. Es ist getrocknet und muss in heißen Wasser oder Brühe quellen. Danach ergibt das Faschierte die drei- bis vierfache Menge des Rohprodukts. Somit hat dieselbe Menge des veganen Faschierten nur in etwa die Hälfte an Kalorien 2g Fett und fast keine gesättigten Fettsäuren. Trotzdem habe ich noch fast denselben Anteil an Eiweiß, wie die tierische Alternative und zusätzlich enthält es Ballaststoffe. 

Nuggets 

Die Hühner-Nuggets von Iglo enthalten pro 100g, was in etwa vier Nuggets entspricht 241 kcal. Eine Portionsgröße auf der Verpackung ist noch kleiner angegeben, was meiner Meinung aber sehr unrealistisch ist. Sie bestehen aus Hühnerfleisch, verschiedenen Mehlen, Öl und Aromen außerdem wurde Eisen und verschiedenen B-Vitamine zugesetzt. Der Fett- und Eiweißgehalt ist in etwa gleich, wobei das Eiweiß etwas höher ist. Die gesättigten Fettsäuren sind mit 1,5g eher niedrig. Vier dieser Nuggets enthalten bereits ein Sechstel der täglich empfohlenen Salzmenge. 

Ähnlich sieht es bei der veganen Alternative von Vegavita aus, die auf Soja- und Weizenproteinbasis hergestellt ist. Sie unterscheidet sich kaum von den Iglo-Nuggets, nur der Ballaststoffanteil ist etwas höher, während die gesättigten Fettsäuren nochmal um die Hälfte reduziert sind. Jedoch liegt der Gehalt an Salz fast beim Doppelten. 

Die Vegini- Nuggets sind ebenfalls vegan, bestehen aber aus Erbsenprotein. Die Panade setzt sich aus vielen verschiedenen Mehlen wie Mais-, Erbsen-, Leinsamen- und Reismehl zusammen. Die Nährstoffzusammensetzung ähnelt der veganen Konkurrenz. Sie enthalten zwar etwas mehr Fett, dafür auch mehr Eiweiß und Ballaststoffe. Leider ist der Salzgehalt mit 1,7g sehr hoch. Ein Pluspunkt ist der hohe Eisengehalt, da eine adäquate Eisenzufuhr bei Veganern oft kritisch ist. 

Würste

Die Bratwürste von Radatz bestehen zum Größten Anteil aus Schweinefleisch. Hinzu kommen Wasser, Salz und Gewürze sowie verschiedene Zusatzstoffe. Pro 100g, was ein bisschen weniger als einem Stück entspricht enthalten sie 310 kcal und 28g Fett, wobei sich fast die Hälfte aus gesättigten Fettsäuren zusammensetzt. Auch der Salzgehalt ist mit 2g pro 100g sehr hoch. 

Eine vegane Alternative ist die Sensational Bratwurst von Garden Gourmet, die aus Wasser, Sojaprotein, pflanzlichen Ölen, Salz und Gewürzen, sowie Zusatzstoffen besteht. Sie enthält mit 171 kcal vergleichsweise wenig Energie und nur in etwa ein Drittel der Fettmenge. Dafür einen kleinen Ballaststoffanteil und die Hälfte an Salz. Der Eiweißanteil ist bei beiden Wurstvarianten fast gleich. 

Die vegane Bratwurst von Spar Veggie ist von der Zusammensetzung ähnlich, basiert aber auf Weizenprotein. Von der Energie- Fett- und Salzmenge liegt sie im Mittelfeld, jedoch enthält sie mit 24g Eiweiß pro 100g, um 10g mehr, als die beiden anderen Produkte. 

Extrawurst

Die clever Extrawurst besteht aus einem Gemisch aus Schweine- und Rindfleisch, Wasser, Salz, Gewürzen und Zusatzstoffen. Sie enthält pro 100g, was einer halben Packung entspricht, 222 kcal und 20g Fett, wovon etwas weniger als die Hälfte gesättigte Fettsäuren sind. Der Eiweißgehalt ist mit 10g halb so hoch wie der Fettanteil und sie haben mit 2g einen sehr hohen Salzgehalt. 

Der vegane Aufschnitt von Veganz setzt sich aus Wasser, Rapsöl, Soja- und Erbsenprotein, wie Gewürzen und Zusatzstoffen zusammen. Dieser hat pro 100g 157 kcal und 12g Fett, wobei fast keine gesättigten Fettsäuren enthalten sind. Der Eiweißgehalt ist nochmal um etwas geringer als bei der tierischen Alternative. Während der Salzgehalt in etwa gleich ist. 

Die feine Extra ohne Fleisch von der Marke Landhof ist zwar nicht vegan, jedoch vegetarisch, was bei Extrawurst häufig der Fall ist. Sie setzt sich ähnlich wie die Vegane Wurst zusammen, enthält aber zusätzlich Milcheiweiß, Hühnereiweiß und Kokosfett. Von der Energie- und Nährstoffzusammensetzung ähnelt sie sehr der Fleischvariante, sie enthält nur etwas weniger Fett, wobei kaum weniger gesättigte Fettsäuren, dafür aber nochmal um 1g Salz mehr. Somit decken 100g dieser Wurst bereits die Hälfte der täglich empfohlenen Höchstmenge an Salz. 

Mein Fazit

Vegane Fleischersatzprodukte sind eine gute Alternative, um seinen Speiseplan zu erweitern. Gleichzeitig enthalten sie Eiweiß. Dieses kann bei einer veganen Ernährung zwar gut durch Getreide, Erdäpfel und Hülsenfrüchte gedeckt werden. Wer sich hier schwer tut kann hin und wieder auf Fleischersatzprodukte zurückgreifen. Der Vorteil ist, dass sie weniger gesättigte Fettsäuren enthalten, wobei dadurch häufig Kokosfett verwendet wird. Gleichzeitig enthalten sie keine Purine, somit können diese Produkte von Menschen verwendet werden, die aufgrund von u.A. erhöhter Harnsäurewerte, Gicht oder Rheuma ihren Fleischkonsum einschränken sollten. Trotzdem sollte man sie sparsam verwenden und darauf achten, dass sie nur wenig verarbeitet sind. Umso natürlicher das Produkt, umso weniger Salz und Zusatzstoffe sind enthalten. 

Dieser Beitrag wurde von unserer Diätologie Praktikantin tara Bauernberger verfasst!

Noch ein paar Worte von uns zu diesem Thema:

Eine pflanzenreiche Kost ist nicht nur für die Gesundheit gut, sondern auch für unseren Planeten. Genieße tierische Produkte mit Maß und Ziel und achte auf die Herkunft. Versuche Massentierhaltung zu vermeiden und achte auf die Qualität. Wenn wir alle, zumindest ein bisschen, den Fleischkonsum reduzieren, können wir der Umwelt viel Gutes tun. Auch wir konsumieren gerne Vegane Alternativen und achten aber darauf, dass der Großteil auf unserem Teller von „echten“ Lebensmittel aus der Natur kommen. Je weniger ein Produkt verarbeitet ist, desto besser.

Quellen: 

Agrar Markt Austria. (2019). 25 Jahre Einkaufen: Megatrends Convenience und Bio. Abgerufen am 07.09.2020, von https://amainfo.at/article/25-jahre-einkaufen-megatrends-convenience-und-bio

Hauner, H., et al. Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). (2019); 44: 384 – 419.

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