Stress adé: So bleibst Du entspannt

Stress im Alltag? – alle kennen ihn, sehr viele haben ihn und die meisten möchten ihn vermeiden. Stress kann uns überfordern, gereizt und aggressiv machen, zu Kopfschmerzen und Verspannungen führen und im schlimmsten Fall zu Erschöpfung und zur Entwicklung psychischer bzw. psychosomatischer Erkrankungen beitragen. Möchtest Du dein Stressempfinden im Alltag bewusster erkennen, selbst beeinflussen und dein Wohlbefinden dadurch verbessern? – Dann bist Du hier genau richtig! Eine Psychologin verrät uns als Gastbloggerin 5 wertvolle Tipps gegen Stress.

Guter Stress, schlechter Stress

Doch neben diesem „negativen“ – auch als „Distress“ bezeichneten – Stress, gibt es auch eine „positive“ Form von Stress – den sogenannten „Eustress“. In diesem Fall sind wir mit herausfordernden, aber von uns bewältigbaren Aufgaben konfrontiert und uns kommen unsere eigenen Fähigkeiten/Stärken, Fertigkeiten und Ressourcen zunutze. Wir sind aktiviert, konzentriert, im „Flow“. Obwohl Stress heutzutage ein Modebegriff ist und die gesamte (Leistungs-)Gesellschaft in irgendeiner Form damit zu tun hat, ist Stress im Grunde etwas ganz Persönliches, von individuellen Faktoren Abhängiges und definitiv etwas, dem niemand hilflos ausgeliefert sein muss, auch wenn es sich vielleicht manchmal so anfühlt.

So entsteht Stress

Ein Stressor ist an sich ein neutraler Reiz, der (innere) Spannungszustände auslöst, aber nicht zwingend zu einer Stressreaktion führen muss. Dieser Reiz wird von jeder Person unter-schiedlich wahrgenommen und bewertet.
Ist der Reiz irrelevant, positiv oder stressreich? Handelt es sich um eine Herausforderung, einen Verlust oder gar eine Bedrohung?

Die individuelle Wahrnehmung und Bewertung eines Stressreizes bzw. einer Stresssituation stehen in unmittelbarer Wechselwirkung mit sogenannten individuellen Stressverstärkern. Damit sind unsere Motive, Erwartungen, Einstellungen, Überzeugungen und Ziele gemeint. Je nachdem, wie diese einzelnen Faktoren zusammenwirken sowie in Abhängigkeit von bisherigen Erfahrungen und verfügbaren Ressourcen gelingt es uns die spannungsauslösende Situation mehr oder weniger zu bewältigen oder eben nicht zu bewältigen. Letzteres bedeutet, dass es zu einer Stressreaktion kommt, die in unterschiedlich starkem Ausmaß mit Veränderungen auf körperlicher, kognitiver und psychischer Ebene einhergeht.

Stressvermehrende Strategien

Wirken sich ungünstig, das heißt negativ verstärkend auf unsere Reaktion aus.

  • Gedankliche Weiterbeschäftigung („Gedankenkreisen“)
  • Selbstmitleid
  • Selbstbeschuldigung („innerer Kritiker“)
  • Vermeidungsverhalten
  • Resignation

5 Wege, um Stress abzubauen

Stressmindernde Strategien wirken sich günstig, das heißt positiv verstärkend auf unsere Reaktion aus.

  • Ablenkung von der Situation: Spaziergang machen, etwas Gutes kochen (Achtung bei Diäten, wie Low-Carb etc., auch das verursacht Stress) oder Zimmer aufräumen.
  • Sport treiben: Sport kann Stresshormone effektiv abbauen und neutralisieren. Man glaubt es kaum, aber Sport baut viel mehr Stresshormone ab als einfach nur auf der Couch zu liegen.  Auch wenn man glaubt man ist zu müde für Sport, wir versprechen es Euch, durch den Sport kommt die Energie wieder zurück.
  • Soziale Unterstützung: sich anderen mitteilen/anvertrauen, Familie/Freunde um Hilfe bitten
  • Positive Selbstinstruktion: Selbstfürsorge, z.B. wohlwollende Gedanken
  • Entspannung: Musik hören, meditieren oder Yoga. Ja, richtig, nimm dir mal Zeit nur für dich. Yoga kann tatsächlich die mentale Gesundheit unterstützen.

Welche Strategien kennst Du und welche Strategie hilft Dir im Umgang mit stressreichen Situationen im Alltag?

Im Sinne eines aktiven und bewussten Umgangs mit Stress ist es empfehlens- und wün-schenswert, sich von stressvermehrenden Strategien zu verabschieden und stressmindernde Strategien in das eigene Repertoire aufzunehmen und einzuüben, um bestens gerüstet zu sein, wenn der Stress im alltäglichen Leben wieder einmal Überhand zu nehmen droht.

Fazit

Anhand der Abbildung wird deutlich, dass wir aktiv Einfluss auf unser eigenes alltägliches Stressempfindennehmen können, sofern wir bereit sind, (Eigen-)Verantwortung zu übernehmen und uns um uns selbst zu kümmern. Trotz des individuellen Einflussbereiches, schließt das nicht aus, sich darüber hinaus Hilfe und Unterstützung zu suchen, entweder privat oder auch auf professioneller Ebene (z.B. Beratung, Coaching, Therapie etc.), um eigene Gedanken- und Verhaltensmuster zu erkennen, zu reflektieren, sich auszutauschen und das eigene Wohlbefinden zu steigern.

Über die Autorin

Barbara Schiefer ist Psychologin, zertifizierte Sportpsychologin und wird einen Lehrgang zur Ernährungspsychologin anschließen. Aufgrund ihrer persönlichen (Leidens-)Geschichte beschäftigt sie sich seit Jahren mit den Themen Psyche/Seele, gesunde Ernährung und Sport. Sie entdeckt darin zunehmend ihre Leidenschaft und bringt diese mit verschiedenen Aspekten der Psychologie in Verbindung. Mit diesem Wissen und ihren Erfahrungen möchte sie andere Menschen informieren, inspirieren und dabei unterstützen, auch ihren ganz individuellen (Lebens-)Weg zu finden. Ihr Motto: „Never give up – great things take time!“

Barbara Schiefer, MSc.

Literatur:

Brinkmann, R. D. (2014). Angewandte Gesundheitspsychologie. Hallbergmoos: Pearson.

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