Ein Gemüsestar des Herbstes – das Rotkraut

Die ersten Bäume beginnen ihre Blätter umzufärben, die Temperaturen werden etwas kühler und die Tage kürzer. Doch er bringt uns nicht nur bunte Blätter und kühlere Temperaturen, sondern beschenkt uns mit einer Vielzahl von großartigen Obst- und Gemüsesorten, die zur Ernte bereit sind. Warum Rotkraut ein absolutes Powergemüse ist und was man leckeres damit zaubern kann, gibt es diesmal zu Lesen.

Studentenblogger als Gastblogger

Diesmal erfährt ihr von Studentin Magdalena alles über Rotkraut und sie verrät uns auch ein tolles Rezept wie man Rotkraut noch verwenden kann, abgesehen vom klassischen Krautsalat. Unter der Rubrik Studentenblog findet ihr alle Artikel der StudentInnen.

Herbststar Rotkraut 

Wir starten also in eine tolle Jahreszeit, die uns wieder viele Möglichkeiten bietet, unseren Gemüsebedarf zu decken und leckere Gerichte aus heimischen Produkten zu zaubern. Neben den Herbst-Klassikern wie Kürbis, Karotte oder Sellerie möchte ich mit diesem Artikel auf einen weiteren Gemüse-Star aufmerksam machen, der meiner Meinung nach ein wenig unterschätzt und viel zu wenig verwendet wird – nämlich das Rotkraut oder Blaukraut

Am bekanntesten ist unser Star als warme Beilage zu Wild oder Gansl. Doch ich finde er kann sehr wohl auch der Hauptdarsteller eines Gerichts sein. Mit seinem würzigen Geschmack und seiner tollen Farbe ist das Rot- oder Blaukraut vielseitig einsetzbar und stellt so manch andere Gemüsesorten in den Schatten. Als Beweis dafür habe ich am Ende ein leckeres Rezept für euch. 

Rotkraut oder Blaukraut?

Über die Farbe lässt sich übrigens streiten, manche nennen es Rotkraut und manche Blaukraut. Wenn man es jedoch genau nimmt und es wirklich nach der Farbe benennen möchte, sollte es ja eigentlich Violettkraut heißen oder nicht? 😉 

In diesem Artikel habe ich mich für Rotkraut entschieden, das macht das Ganze etwas einfacher und ich hoffe Team Blaukraut verzeiht mir. 

Kurze Pflanzenkunde

Das Rotkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist ein Kohlgemüse. In manchen Regionen des deutschsprachigen Raums sagt man zu Kraut auch Kohl. Der Hauptstiel oder -strunk ist bei Kraut stark gestaucht, wodurch ein schöner Kopf entsteht, daher wird das Rotkraut noch genauer zu den Kopfkohlarten gezählt. 

Von den Inhaltsstoffen her ist es dem Weißkraut sehr ähnlich, die andere Farbe spielt aber tatsächlich eine entscheidende Rolle, mehr dazu möchte ich euch in den Facts verraten. 

Die Facts über den Star

Nun aber zu den Gründen, warum das Rotkraut ein wirklicher Gemüse-Star ist.

  • Rotkraut enthält eine Menge an Ballaststoffen, die uns lange sättigen und sich positiv auf unsere Verdauung und Darmgesundheit auswirken. 
  • Wie auch sein weißes Geschwisterchen ist das Rotkraut reich an Vitamin C. Hier möchte ich noch dazusagen, dass das meiste Vitamin C aufgenommen wird, wenn man das Rotkraut roh ist. Vitamin C ist nämlich wasserlöslich und kann beim Kochen zum Teil verloren gehen. 
  • Weiters sind Vitamin E, Folsäure, B-Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium oder Magnesium enthalten. 
  • Eine wichtige Rolle spielen beim Rotkraut die sekundären Pflanzenstoffe, da sie für den typischen Geschmack und die typische Farbe verantwortlich sind. Außerdem sind sie gut für unsere Gesundheit und stärken unser Immunsystem.
    Der würzige und manchmal auch etwas scharfe „Krautgeschmack“ kommt von den sogenannten Glucosinolaten. Sie wirken entzündungshemmend, antimikrobiell und sogar antikanzerogen (wirken der Entstehung von Krebs entgegen).
    Die sogenannten Polyphenole sind rote, violette und blaue Farbstoffe, die dem Kraut die typische Farbe geben. Sie haben neben der entzündungshemmenden und antikanzerogenen Wirkung noch eine Blutdruck-beeinflussende und antioxidative Wirkung. 

Wer kann da widerstehen?

Wie man sieht, stecken in so einem Krautkopf allerhand geniale Inhaltsstoffe. Gerade in der kalten Jahreszeit können wir diese nützen und uns vor Schnupfnasen und Erkältungen schützen. 

Außerdem ist es ein heimisches Gemüse, das uns vom späten Sommer bis in den Winter hinein zur Verfügung steht, was es besonders wertvoll macht. 

Rotkraut mal etwas anders

Zum Schluss gibt es noch ein Rezept von mir, in dem das Rotkraut die Hauptrolle spielt.
Es eignet sich prima zum Mitnehmen und kann auch nach Belieben abgewandelt werden. 

Ich hoffe es schmeckt euch genauso wie mir und regt euch dazu an das tolle Rotkraut in Zukunft vielseitig einzusetzen und es nicht nur als Nebendarsteller erscheinen zu lassen.  

Lauwarmer Rotkraut-Quinoa-Salat mit Feta

Zutaten für 4 Portionen:

  • 350 g Rotkraut
  • 200 g Quinoa
  • 1 Granatapfel (statt Granatapfelkerne können auch Ribisel verwendet werden)
  • ½ rote Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 Handvoll grüne Salatblätter
  • 100 g Feta
  • 50 g grob gehackte Haselnüsse
  • 3 EL Sesam
  • 1 EL Tahin (Sesampaste)
  • 4 EL Rotwein- oder Balsamicoessig
  • 1 EL Rapsöl
  • 1 EL Honig
  • Saft von 1½ Limetten
  • Etwas Kreuzkümmel
  • Salz

Zubereitung: 

Für den Salat den Quinoa mit heißem Wasser gut abspülen und nach Packungsanleitung gar kochen. 

In der Zwischenzeit Rotkraut und Karotte in feine Streifen schneiden oder hobeln und die Zwiebel fein hacken.

Die Granatapfelkerne löst man am besten in einer großen Schüssel unter Wasser aus, dadurch vermeidet man die roten Spritzer in der Küche. 😉

Die gehackten Haselnüsse in einer Pfanne oder im Rohr kurz rösten, so erhalten sie ein herrliches Aroma. 

Nun Rotkraut, Karotte, Zwiebel, Granatapfelkerne, Haselnüsse und Sesam zusammenmischen. 

Aus Tahin, Essig, Öl, Honig, Limettensaft und Salz eine Marinade anrühren, über den Salat geben und gut durchmischen. Das Kraut kann ruhig etwas geknetet werden, so wird es etwas weicher.
Wenn der Quinoa etwas abgekühlt ist (er sollte noch nicht ganz kalt sein) gibt man auch ihn hinzu und mischt alles noch einmal gut durch. 

Zum Schluss noch die Salatblätter untermengen und den Feta über den Salat bröseln.

Tipp

Wie schon erwähnt kann der Salat beliebig abgewandelt werden. Statt den Granatapfelkernen schmecken auch Ribisel sehr lecker. Im Winter passen Orangen super dazu oder auch ein Apfel bringt eine tolle Süße in das Gericht. Weiters können die Nüsse getauscht werden, oder wer die orientalische Note mit Tahin und Kreuzkümmel nicht so gerne mag, kann sie einfach weglassen. 

Ich wünsche euch gutes Gelingen!

Über die Autorin 

Magdalena Mayrhofer ist 26 Jahre alt und studiert im 5. Semester Diätologie an der FH St. Pölten. Schon seit klein auf ist sie begeistert von Essen, Kochen und von der Vielfalt an Lebensmitteln, die uns zur Verfügung stehen. „Das Diätologie Studium ist quasi zu meiner Berufung geworden – die Kombination aus Medizin und Ernährung fasziniert mich und ich liebe es mich mit Lebensmitteln und unserem Körper auseinanderzusetzen. Ich möchte Menschen mit meinem Wissen helfen, Ihnen zeigen was man mit Ernährung alles bewirken kann und so ein Stück meiner Begeisterung weitergeben.“

Magdalena Mayrhofer

 

Supervised by Carmen und Jasmin Klammer

 

Literaturverzeichnis 

Elmadfa, I., Aign, W., Muskat, E., & Fritzsche, D. Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle (Neuausgabe 2018/19). München: Gräfe und Unzer Verlag

Bundeministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (2019). Kraut. Abgerufen am 16.09.2019 unter https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/saisonkalender/juni/rotkraut

Rimbach G., Nagursky J., Ebersdorbler H., (2015). Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger., S233. 2. Auflage. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag

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