Triathlon Erfahrung

Am Samstag, den 27. Mai, fand in Linz der Triathlon statt. Ich habe mich 6 Monate auf die olympische Distanz vorbereitet. Durchschnittlich betrug mein Trainingspensum 8-11 Stunden pro Woche.  Hört sich viel an, ist aber möglich.

Die erste Hürde: Das Schwimmen

Ich habe vorher noch keinen Triathlon absolviert, dachte mir aber, dass ich als erfahrene Läuferin gerne mal einen anderen Wettkampf ausprobieren möchte. Ich bin schon bei einigen großen und auch kleinen Laufbewerben mit gelaufen und fahre auch sehr viel Rad. Meine einzige Hürde war, wie bei auch so vielen anderen, das Schwimmen. Ich war nie eine besonders gute Schwimmerin. Ich war gut im Brustschwimmen, hatte aber nie die richtige Technik oder auch die Ausdauer um einen Kilometer zu kraulen.

Wie habe ich also trainiert?

Anfangs habe ich mich sehr stark auf mein Schwimmtraining fokussiert. Da ich keine richtige Technik hatte, musste ich diese erst lernen. Als ich das erste mal einen km durchschwimmen konnte, brauchte ich dafür fast 30 Minuten, also sehr lange. Ich habe dann beschlossen, dass ich 2 mal wöchentlich schwimmen gehe, mit dem Ziel: 1 km kraulen unter 20 Minuten. Dieses Ziel habe ich dann auch erreicht. Ich habe es tatsächlich geschafft den Kilometer in 17 Minuten zu schwimmen.

Mein Trainingsplan

Ansonsten habe ich pro Woche ca. 3 Stunden  auf dem Rad trainiert, 2-3 Stunden bin ich gelaufen 1-2 Stunden geschwommen und natürlich habe ich auch ca. 2 Stunden Krafttraining absolviert.  Ungefähr 8 Wochen vor dem Wettkampf habe ich angefangen, dass ich die jeweiligen Diszipline hintereinander trainiere.  Ich bin also zum Beispiel 90 Minuten geradelt und 30-40 Minuten gelaufen.
Das Training war sehr hart, aber ich war stolz auf mich, dass ich durchgehalten habe und nicht daran gedacht habe aufzugeben.

 

 

 

 

 

 

 

Der Wettkampftag

Am Wettkampftag ist wohl alles schief gelaufen was schief laufen konnte. Bereits eine Woche vorher habe ich mich beim Training verletzt. Ich habe mir einen Muskelfaser am linken Oberschenkel eingerissen. Die letzte Woche vor dem Triathlon habe ich daher kaum mehr trainiert , um meine Muskeln zu schonen. Einen Tag vor dem Wettkampf habe ich mir den Oberschenkel noch tapen lassen. Als ich am Wettkampftag mein Rad zur Kontrolle abgeben wollte, bemerkte ich das der vordere Reifen einen Platten hatte. Ich hatte noch 3 Stunden Zeit bis zum Start und keiner konnte vor Ort mein Rad reparieren da sie den passenden Schlauch nicht mehr hatten. Wir mussten also zu einem Fahrradgeschäft fahren um einen neuen Schlauch zu kaufen. Alles war sehr stressig und ich konnte mich mental gar nicht auf den Triathlon vorbereiten. Danke aber an dieser Stelle für das Team, die trotzdem mein Rad noch reparieren konnten. Ich konnte mein Rad bis 11:30 Uhr abgeben und habe es gerade noch 2 Minuten vorher geschafft, dass ich ankomme. Mein Bein wurde leider nicht wirklich besser, aber ich dachte mir, dass ich zumindest die Diszipline Schwimmen und Rad fahren durchziehen werde. Das ich keine 10,5 km laufen werde, war mir bereits vor dem Start klar.  Als der Startschuss ertonte, bin ich noch voller Elan ins Wasser gesprungen und bin los geschwommen. Es dauerte nicht lange, da trat mir jemand ordentlich genau auf mein verletztes Bein.  Sofort bekam ich einen Krampf und furchtbare Schmerzen. Ich wollte noch weiter schwimmen, musste mir aber eingestehen, dass ich aufhören muss. Das Rettungsboot brachte mich also wieder an Land und ich wurde ärztlich untersucht. Der Arzt fragte mich warum ich überhaupt angetreten bin. Er erklärte mir, dass er ein Hämatom in meinem Bein spüren kann und so kann ich keinen Wettkampf antreten.

Die Moral aus der Geschichte

Ich war anfangs sehr traurig und enttäuscht von mir selbst. Ich habe noch nie aufgegeben. Alles was ich mir bisher vorgenommen habe, habe ich auch durchgezogen. Ich hatte schon öfters Schmerzen bei Wettkämpfen, habe es aber immer durchgezogen. Nun musste ich lernen mit einem Misserfolg umzugehen. Die Gesundheit geht nun mal vor und einen solchen Wettkampf kann man verletzt einfach nicht machen. Ich habe nun akzeptiert, dass man auf seinen Körper hören muss und habe trotzdem meine Ziele erreicht. Ich kann nun ohne Probleme mehrere Kilometer kraulen und das habe ich mir auch selbst bewiesen, dass ich es kann. Ich habe mich im Training so stark verbessert und weiterentwickelt und darauf bin ich stolz. Den Triathlon konnte ich zwar nicht beenden, werde aber dafür umso schneller wieder laufen können.

Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.
– Friedrich Nietzsche

Also auf ein Neues. Wichtig ist einfach an sich selbst zu glauben und egal was kommt, auf sich und seine Leistungen stolz sein.

Eure Jasmin

 

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Lasst es mich wissen.

Veröffentlicht in: Sport

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